Gratwanderung – immer wieder

Dominik hat auf seiner Seite zu einem Blogprojekt aufgerufen. Alle drei Wochen wirft er einen Begriff in den Raum und jeder der möchte steuert einen Beitrag zu dem Wort bei. Hier erklärt er das Projekt *.txt.

Das erste Wort seiner Wahl: Gratwanderung. Ich folge dem Beispiel und schreibe mit.

Gratwanderungen sind an der Tagesordnung. Ob in privaten oder beruflichen Situationen. Wir setzen uns diesem Tanz auf der Kante freiwillig aus oder werden ab und an, mal öfter mal nicht so oft, in diese Verlegenheit gebracht.

Was bedeutet das? Gratwanderung? Nun, eigentlich beschreibt es (lt. Duden) u.a. eine Vorgehensweise, bei der schon ein kleiner Fehler großes Unheil auslösen kann.

Warum wandere ich denn auf dem Grat?

Wir (viele von uns) bezeichnen uns als Experten. Auch ich. In meinem Bereich, in dem was ich tagtäglich tue und arbeite bin ich gut. Dazu zu stehen ist bereits eine Gratwanderung. Es nach Aussen zu zeigen, ebenfalls. Denn das „wie“ ist hier aus meiner Sicht entscheidend. Für die einen ist es überheblich, die anderen sehen es als Arroganz, noch anderen ist es egal. Für weitere ist es legitim. Richtig. Angebracht. Für mich ist es eine tägliche Gradwanderung.

Ich lebe von Aufträgen. Von Anerkennung für meine Leistungen profitiere ich nicht direkt, nur wenn diese in Empfehlungen, Weitersagen und weiteren Aufträgen resultiert. Mein Arbeitgeber und ich als Einzelkämpfer haben nur etwas davon, wenn ich meinen „Job“ gut mache. Überzeuge. Hierzu gehört auch, dass ich Meinungen, Empfehlungen, Bewertungen und Lob öffentlich mache. Unter anderem, um genau die Randaufmerksamkeiten zu erzeugen, die eine weitere Empfehlung – eine Erinnerung an das was man möglicherweise im Hinterkopf behält, wenn man einen dieser Beiträge liest – in der Zukunft ein Stückchen wahrscheinlicher macht. Die Kompetenzvermutung unterstreichend.

Bei diesem „Trommeln in eigener Sache“ bin ich meiner Meinung nach harmlos. Nicht zu aufdringlich. Darauf achte ich und versuche einen passenden Mix aus Eigenwerbung, Selbstvermarktung, Positionierung und persönlichen Dingen zu erzeugen. Der private Teil fließt nur wenig mit ein. Man kann auch Persönlichkeit zeigen ohne zu viel Privates nach Aussen dringen zu lassen.

Ich scheue mich nicht vor diesen Gratwanderungen. Es gehört dazu. Aber leicht ist es nicht, ständig abzuwägen ob ein Rutschen in die eine oder andere Richtung… weg von der Kante… das Resultat wert ist. Eine Herausforderung eine digitalen Lebens? Wer weiß. Ich mach weiter.

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Thorsten Ising ist Berater für Online- und Social Media Marketing, Digitale Kommunikation und eCommerce. Als Experte steht er als Fachgutachter (Bücher), Blogger, Kolumnist, Dozent an diversen Bildungseinrichtungen vielfältig zur Verfügung. Er hält Vorträge, Seminar und Workshops zu vielen Themen im Gesamtbereich digitale Kommunikation und Social Media und berät Unternehmen, Organisationen und Menschen zur erfolgreichen Nutzung von Kanälen und Strategien.

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