Es hat mich gepackt und ich werde überschüttet mit Informationen.

Was durch Mark Zuckerberg auf der Meta Connect 21 vorgestellt wurde, löste ein Beben aus und das Zucken ist seither definitiv nicht schwächer geworden. In viele Richtungen, wohlgemerkt. Sowohl das, nahezu läppische, Abwinken, das milde Belächeln, schulterzuckendes Desinteresse, bis hin zur euphorischen Goldgräberstimmung. Alles dabei. Die Medienberichte überschlugen sich schnell, Videos von 24 Stunden im Metaverse machten die Runde und Menschen warnten vor der dunklen Seite des Metaverse von Facebook.

Und ehrlich: Da ist so viel seltsames in der Welt, dass ich mich aufmachte, ein paar Dinge aufzuarbeiten. Denn: Weder ist das Metaverse etwas, das Facebook oder Mark Zuckerberg erfunden hat, noch gibt es „DAS Metaverse“ bereits, dass man da irgendwelche Erfahrungsberichte zu schreiben könnte … Und wenn man von der dunklen Seite des Facebook-Metaversums spricht, hat man weder das Metaverse, noch die Idee, noch den aktuellen Stand verstanden. My 2 Cent.

Metaverse? WTF?

Als Mark Zuckerberg am 28. Oktober 2021 im Rahmen der Konferenz Connect 2021 die Vision eines Metaversums vorstellte, war die Idee für ein Metaversum bereits lange geboren.. nicht erst durch Neal Stephensons Roman „Snow Crash„, in dem die Worte „Metaverse“ und „Avatar“ das erste Mal genutzt wurden. Auch die Grundsteine für die Realisation sind bereits lange gelegt. Die Idee einer digitalen Welt, die einen Großteil der physischen Welt miteinander verbindet. Diese Gedanken gab es bereits in den 1980er Jahren und sie tragen sich fort.

Heute ist das Metaversum etwas, was viele – oft technologie- und plattformgetriebenen Unternehmen – sehr zielstrebig angehen und als langfristiges Ziel verfolgen. Nicht nur Meta, ehemals Facebook. Mitnichten. Epic Games (unter anderem Fortnite) arbeitet bereits lange an der Umsetzung eines Metaversums. Microsoft erkannte ebenfalls, dass einer der Schlüssel für das Metaversum der Faktor Gamification ist und sein wird, und bot kürzlich fast 68 Milliarden US-Dollar für den Spiele-Entwickler Activision/Blizzard (unter anderem World of Warcraft) und selbst ein Urgestein der virtuellen Realitätswelten meldete sich mit der Ankündigung von erneuten Investments in Second Life zurück. Dazu gesellen sich eine bunte Scharr an weiteren Unternehmen und Lösungen, die hier nicht nur aktiv werden wollen, sondern bereits beachtliche Umsätze erzielen. Wie z.B. The Sandbox oder Decentralland.

Aber: was ist das Metaversum und was soll das wirklich? Sitzen wir bald alle mit klobigen VR-Brillen auf dem Gaming-Stuhl und laufen, wild gestikulierend vor den Wohnzimmerschrank? Wenn man sich das Thema mal gelassen anschaut wird klar: Nein.

Nicht, weil das Metaverse eine „visionäre Spinnerei“ ist – sondern weil es sich anders entwickeln wird, als der derzeitige Stand der Technik ermöglicht. An der logischen Weiterentwicklung entlang. An der Seite der sich ständig und dafür entwickelten Technologien. Unvermeidbar … und, weil die klobigen VR-Brillen jetzt schon, nicht erst mit einem „fertigen“ Metaversums, Geschichte sind.

Was ist das Metaversum und woher stammt die Idee?

Der Begriff an sich, sowie die erste bildhafte Beschreibung geht auf Neal Stephenson in seinem Buch „Snow Crash“ zurück und zeichnet das Metaversum als virtuelle, umfassend digital vernetzte Umgebung und Mischung aus (virtueller) Realität und Spiel. In dieser Umgebung – dem Metaversum – definiert man die eigene Person durch einen virtuellen, digitalen Avatar. In anderen Cyberpunk-Romanen, in Geschichten, Computerspielen oder auch Filmen und Serien trugen die Lösungen zwar anderen Namen, zeigte aber unterschiedliche Interpretationen. Wie, beispielsweise, in der Matrix-Trilogie, Tron oder auch Ready Player One. Die Serie “Black Mirror” veranschaulichte immer wieder Aspekte einer verschwimmenden Welt mit virtuellen oder erweiterten Realitäten.

Was Mark Zuckerberg in seiner Präsentation im Oktober 2021 beschreibt, von diesen Endergebnissen sind wir natürlich noch weit entfernt – aber die Vision ähneln anderen erneut. Die Vernetzung von digitalen Räumen jenseits der physischen Welt, die eigene soziale Präsenz, eine Nähe trotz örtlicher Entfernung und ein tiefes Gefühl des „daseins“… und: Die Vision vom Meta-Chef Zuckerberg ist nicht die Einzige – und noch ein Mal: Sie ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Andererseits ist dies auch nur das visionäre Bild, dass wir heute erzeugen können – eingebremst durch die Vorstellungskraft des heute leistbaren.

Ein Ort, an dem die Grenze der Realität Deine eigene Fantasie ist. Man kann alles machen. Man kann überall hin. Zum Beispiel auf dem Ferienplaneten auf einer 15m hohen Welle surfen vor Hawaii, auf Skiern die Pyramiden herunter fahren, den Mount Everest besteigen. Mit Batman. …. Die Leute kommen in die Oasis, weil sie dort alles machen können…. und sie bleiben, weil sie da alles ein können…Außer Essen, schlafen und aufs Klo gehen, machen die Leute wirklich alles in der Oasis.“

Ready Player One (Netflix) / https://www.netflix.com/de/title/80211726?source=35

In vielen Beschreibungen – so auch dem wahrscheinlich meist zitierten „The Metaverse: What it is, Where to find it, and who will build it“ von Matthew Ball – wird das Metaversum durch die globale Eigenschaften definiert. Ein Auszug aus dem, was hier gedacht werden kann:

  • Fortlaufende Beständigkeit des Systems (kein Reset, kein Ende, keine Pause)
  • Live Synchron (wie im „echten“ Leben in Echtzeit für alle Beteiligten)
  • keine Beschränkungen (keine Obergrenzen für Nutzende, kein Eingrenzung der Individualität)
  • volle und reale Wirtschaftsfähigkeit (Arbeit, „Geld“, Schöpfungsketten, Investments, Besitz)
  • Interoperabilität (Verwendung von Besitz in der virtuellen Welt über virtuelle Grenzen hinaus )
  • und diverses mehr.

Was sollen wir im Metaversum machen? Wofür brauchen wir das?

Wenn man sich die Technologiesprünge der letzten Jahrzehnte anschaut, so hat sich das Internet – gerade das mobile Internet als absolute Revolution gezeigt. Im gleichen Blick können wir sehen, dass hier eine gewisse Grenze erreicht ist. Natürlich können wir Displays noch kleiner, transportabler und die Endgeräte noch leistungsfähiger machen – aber in vielerlei Hinsicht, bleiben Dinge gleich. Die Gedanken des Metaversums gehen weiter und vieles davon ist – in kleinen Schritten – bereits da. Erfunden und in Teilen auch bereits nutzbar.

Die Visionen gehen dahin, dass wir uns in einer erweiterten und virtuellen Realität mit anderen Menschen treffen können. Mit unseren digitalen Avataren, also digitalen Abbildern von uns. Egal ob wir miteinander spielen, arbeiten, Konzerte besuchen oder einfach nur unterhalten möchten. Privat, geschäftlich – wann auch immer. Ja, na klar – das können wir jetzt auch. Wir schreiben mit dem Messenger, wir treffen uns per Videocall, spielen vernetzt und sprechen gleichzeitig in Audio-Chat-Räumen mit unseren Team-Mitgliedern.

Mit einer gewissen Skepsis könnte man nun natürlich sagen: „Haben wir schon alles. Wir treffen uns zu Calls bei Zoom, schreiben per WhatsApp und arbeiten mit Office 365“. Ja, natürlich. Heute. Wir sitzen vor der Tastatur, haben die Webcam an und nutzen vorhandene Technologie. Manchen von uns fehlt der Teil zwischen den Calls. Das gemeinsame stille Kichern, das Treffen in der Kaffeeküche, das wirklich „Dabei sein“ bei Konzerten – statt auf einen Bildschirm zu schauen, die Präsenz zu spüren… und vieles von der Idee ufert genau in einem der herausstechenden Eigenschaften des Metaverse: dem tiefen Gefühl der Präsenz.

Mein erstes Erlebnis mit einem künstlich erzeugten Gefühl der tiefen Präsenz, war ein Besuch im Cine 2000 im Phantasialand in Brühl. Irgendwann in den frühen 1980er-Jahren. In einem Kuppelzelt wurde ein Film einer Achterbahnfahrt gezeigt – in einer 180 Grad Projektion an die Zeltwand. Begleitet von lautem Sound war der Eindruck für die Teilnehmenden sehr real. Menschen schrieen, fieberten mit, einigen wurde übel, andere bewegten sich mit der Achterbahn mit und fielen um. Man war „mitten drin“.

Diese „mitten drin“-sein ist das, was einen der großen Unterschiede zu den meisten aktuellen Möglichkeiten ausmachen wird. Ob bei der virtuellen Besprechen, in der wir dem Menschen neben uns etwas ins Ohr flüstern können. Der Beisetzung, der wir beiwohnen können, obwohl wir nicht in der Lage sind zu reisen. Das Konzert, welches ohne Zuschauerlimits organisiert wird. Die Besichtigung unseres Ferienhauses von der Couch aus. Die Besteigung der höchsten Berge, der Besuch in Museen – in meiner Sprache, gemeinsames Lernen – über alle Grenzen und Barrieren hinaus.

Ein Ort, an dem die Grenze der Realität Deine eigene Fantasie ist.

ABER: Selbst das ist es nicht wirklich – weil es auch das eben schon gibt und auch dies NUR EIN BESTANDTEIL ist, was das Metaverse ausmachen kann.

und… geht da schon was?

Ja. Durchaus… und, wie erwähnt, nicht erst seit diesen Tagen. Ansätze eines, sich ankündigenden, Metaverse können wir seit vielen Jahren in kleinen Teilen überall sehen. Entstehende Netzwerke, in denen Menschen sich online austauschen, Spiel-Netzwerke und Spiele-Welten in denen wir – zusammen mit anderen – spielen, reden und per Avatar teilnehmen können. Anwendungen mit Augmented Reality vielen Branchen und Möglichkeiten, Kollaborationstools und vernetztes Arbeiten …

Es gibt zahlreiche Plattformen, Apps, Tools und Lösungen… seien es die Horizon-Lösungen von Meta, Decentralland, The Sandbox … selbst Second Life … oder auch Spielwelten wie Animal Crossing, Mindcraft oder GTA RP…

Auf den ersten Blick natürlich nur Insellösungen und selbstverständlich weit von dem großen Gedanken an ein Metaversum entfernt… aber: wenn man diese Dinge miteinander vernetzt, die übergreifende Nutzung möglich macht, Schnittstellen schafft, in erlebbaren 3D-Welten abbildet … dann, ja dann ist es eben nicht mehr so weit entfernt.

Innerhalb dieser Plattformen sind reale Marken, Unternehmen und Organisationen – sogar Regierungsorganisationen bereits fleissig aktiv. Der “Gucci Garden” auf Roblox, Kaufland und H&M präsentieren sich in Animal Crossing .. oder die Vertretung der Karibikinsel Barbados, welche mit Decentralland die Vereinbarung für den Bau der ersten Virtual-Reality-Botschaft geschlossen haben. 

Nutzende können bereits heute, Markenartikel für ihre Avatare kaufen (für echtes Geld), Skins für Avatare in SIMS sind nicht nur virtuell, sondern auch im “Real-Life” als Merchandise kaufbar, Live-Konzerte in Fortnite längst realisiert und NFT-Avatare (NFPs – Non-Fungible-People) werden nicht nur von Coca-Cola verkauft. Die ersten Hochzeitsfeiern – an den Menschen real und virtuell teilnehmen können, sind über die Technologien realisiert und … Ja. Da “geht schon was”… auf und in den Insellösungen.

Also, vorhandenes vernetzen und dann haben wir das Metaverse?

Nein. Zu der Idee gehören ja Aspekte wie die Ganzheitlichkeit und Vernetzung der Insellösungen oder, unter anderem, das tiefere Empfinden der Anwesenheit, der Präsenz dazu. Dinge also tatsächlich irgendwie zu spüren und tiefer zu empfinden, als einfach nur auf eine andere Art Bildschirm/Display zu schauen. Zum Beispiel, Dinge, die wir in virtuellen Welten mit unserem Avatar berühren, auch in der Realität zu spüren. Wie das Anfassen eines virtuellen Objektes…. Entwicklungen laufen dort in Form von Handschuhen, die uns dieses ermöglichen. Oder Kleidung, die uns das Gefühl gibt, dabei zu sein, auf der wir die Vibrationen der Umgebung spüren…

Hier steigen viele Menschen bereits in der Vorstellung aus – und wie in diversen Erfahrungsberichten endet es mit einem Fazit alá „Ich trage doch nicht 24 Stunden am Tag eine klobige VR-Brille“ oder „Ich sitze doch nicht den ganzen Tag mit einem verkabelten Anzug vor dem Computer“. Ja. Natürlich nicht … und das wird die breite Masse auch nie tun (denke ich). Aber das ist aus meiner Sicht auch gar nicht das, worauf es hinauslaufen wird.

Nehmen wir die klobige VR-Brille … das ist quasi jetzt schon Geschichte in dem Moment, wo wir darüber sprechen. Die Sprünge in der Entwicklung von Technologie sind Quantensprünge. Es geht unglaublich schnell und – stellen wir uns nur mal die kurze Geschichte der Smartphones vor – wird sich die klobige VR-Brille in noch kürzerer Zeit zu Dinge wie Displays in der normalen Brille, mittelfristig vielleicht in Kontaktlinsen mit Displays oder Displays in jeder anderen Art von Oberflächen weiterentwickeln… wir werden (und das ist technisch gesehen in vielerlei Hinsicht bereits da) unsere alltäglichen Informationen im Spiegel abrufen, Video-Calls über den TV realisieren und vieles mehr. Mikrofone und Ausgabegeräte werden kleiner und werden sich ebenfalls auf anderen Wegen in unsere alltäglich genutzten Dinge einfügen.

Denken wir hier einfach mal an die bereits kabellosen, bluetooth gesteuerten InEar-Headsets alá AirPods und Co… ist es wirklich undenkbar, dass das alles in unseren leichten Brillen verschwindet? Nein. Ganz und gar nicht.

„Die breite Masse macht da nicht mit“

Jetzt nicht. Gar keine Frage. Auch bei der Einführung von Fernsehern, dem Telefon, dem Internet oder dem Smartphone war das ein, sich ausbreitender, Prozess.

Aber durch die Entwicklung, die Verfügbarkeit der Technologien, die Bezahlbarkeit der Hardware und durch die Ausweitung auf weitere Anwendungsgebiete, werden sich immer mehr Menschen anschließen. In manchen Bereichen wird es vielleicht auch nie so sein, dass wir hier zwingend eine zusätzliche Hardware nutzen müssen, um dennoch teilzuhaben.

Es ist aktuell gar nicht notwendig, mit Avataren und VR-Brille an einem Treffen in der virtuellen Welt teilzunehmen. Das geht natürlich auch mit den vorhandenen Mitteln. Zum Beispiel in den Horizon Workrooms – einer Arbeitsraum-Atmosphäre in der virtuellen Welt. Avatare von realen Menschen sitzen in einem virtuellen Besprechungsraum, zeigen reale Inhalte von ihrem Computer, schreiben real an das virtuelle Whiteboard. Sprechen miteinander, hören was die anderen sagen, teilen Dokumente – und verarbeiten sie in der realen Welt weiter. Andere, die keine VR-Brille haben, sitzen ebenfalls mit im virtuellen Raum – zugeschaltet über Webcam und Mikrofon. Einfach per Desktop-Ansicht aus dem normalen Webbrowser heraus.

Es braucht keine VR-Hardware um an der Vernetzung und an Teilaspekten von virtuellen Realitäten beteiligt zu sein und es wird einen langen Zeitraum geben, der hier einen Übergang schafft. So wie der Nutzungsraum zwischen Telefon und Smartphone, Fax und E-Mail etc… und wir wissen es selbst: Es gibt auch im Jahr 2022 immer noch Teletext, es werden noch immer Faxe verschickt und das Festnetz-Telefon ist ebenfalls noch lange nicht abgelöst. So: Don’t panic.

Was muss passieren um die Vision zu realisieren?

Das (aus meiner Sicht) Wichtigste ist es, die Insellösungen irgendwann zu verbinden. Schnittstellen zu schaffen, um zwischen „den Welten“ zu wandeln, zu springen ohne dabei das, was wir an virtueller/erweiterter Existenz definiert haben, wie unseren Avatar oder die genutzte Hardware etc. wechseln zu müssen.

Darüber hinaus wird es offene Standards geben müssen, die die Entwicklung des Metaversums für eine breite Masse an Entwickelnden, Kreativen etc. definiert. Ähnlich wie Standards wie CSS, oder HTML etc… so, dass alle Entwicklungen und Schnittstellen bestmöglich mit dem Rest da draußen funktionieren kann.

Natürlich muss auch auch die Entwicklung der Hardware (wie oben beschrieben) nicht nur vorangehen, sondern auch von der breiten Masse der Nutzenden in der Zukunft bezahlbar sein.

Wann wird es soweit sein – wann ist DAS Metaversum da?

Keine Ahnung. Die Entwicklungen derzeit sind echt flott und jeden Tag kommen weitere News zu Plattformen, Technik und großen Unternehmen, die in die Entwicklung irgendwie mit einsteigen, sich dem Thema widmen oder, oder, oder…. Meta selbst hat davon gesprochen, dass es natürlich nicht sofort umgesetzt werden kann und man hier eher von den nächsten 10 Jahren spricht. Gleichzeitig geben sie dabei auch richtig Gas und gehen das Thema Metaversum sehr zielstrebig und mit hoher Priorität an … und andere Konzerne ziehen in vielen Bereichen mit.

ABER: Wie oben schon geschrieben, wird das noch eine ziemliche Zeit dauern. Natürlich wird es auf dem Weg dorthin viele Lösungen geben. Netzwerke. Verbundene Lösungen … aber DAS Metaversum ist – meiner bescheidenen Meinung nach – auch in 10 Jahren noch keine Realität. Schon allein, weil es hier viele Dinge mehr zu entwickeln gibt, als „nur“ Technologie.

Überzeugt vom Metaversum?

Natürlich ist nicht jeder überzeugt von der Idee oder dem Ziel. Weder Meta-intern, noch da draußen. Ich persönlich bin da weniger skeptisch. Ich glaube durchaus, dass das die derzeitige Nutzung der Informationsstruktur auf einem Weg zum Abstellgleis ist. Das Displays, wie wir sie bislang nutzen, sich nur noch wenig weiterentwicklen und die Verschmelzung von Technologien, Medien (Ton, Bild, Video, Text etc. ), Netzwerken und Anwendungsfällen nicht nur logische Konsequenz ist, sondern auch notwendig. Daher sehe ich die Vision einer Vernetzung und Verschmelzung durchaus positiv… aber, es bietet natürlich auch große Risiken. Von erweiterten Abhängigkeiten von Technologien, weiterem Bedarf und Abhängigkeit von Strom, Anfälligkeiten der Netzwerke durch Manipulation, Politik und, und, und …

Mein Fazit – Don’t Panic

Auf dem Teppich bleiben. Ja. Da geht was. Wir sollten nicht wegschauen und da mitmachen, wo es Sinn ergibt und vieles davon wird cool. Aber das wird ein holpriger Weg.

Ein weiterer Punkt (für mich ist): Meta/Facebook wird das Metaverse nicht bauen, aber Meta/Facebook wird das Metaversum MIT bauen.

Für mich ist die Umsetzung an sich in vielen Bereichen unvermeidlich – aber in diversen Aspekten wird es trotzdem zunächst nach Scheitern aussehen. So wird es erstmal viele Einzel- und Insellösungen, eigene Angebote geben. Viele werden es Metaversum nennen – aber: es werden die Planeten in einem Universum (dem Metaversum) sein. So, wie es früher einzelne Informationsanbietende und spätere Gatekeeper zum „großen“ Internet gab. AOL, Compuserve etc. – abgeschlossene Online-Welten, die später – durch Standards und Schnittstellen – immer mehr Vernetzung mit dem „dahinter“ ermöglichten.

Diese „Planeten“ muss es auch geben. Es ist logisch, so zu agieren und tatsächlich wäre eine andere Vorstellung – wie eine betreibende Stelle/ein Unternehmen oder eine Institution schon sehr spooky. Alle Beteiligten entwickeln nach ihren Zielen, setzen ihre Fertigkeiten und Ressourcen für die bestmögliche Umsetzung im Rahmen ihrer Ziele ein. Werden versuchen damit wirtschaftlich zu sein, Geld zu verdienen, das große Ganze weiter zu entwickeln… aber: Es wird erstmal bei Insellösungen und -angeboten bleiben. Inklusive dominanterer Plafformen innerhalb dieses Konstruktes.

Bis es gute und von vielen akzeptierte Standards gibt und sich einzelne Angebote zu weiteren Gruppen zusammenschließen. Sich dadurch der Kreis erweitert und letztlich das Internet, wie wir es kennen, im Gesamten verändert hat. Vielleicht wird es auch nie zu einem vollständig dezentralen Ergebnis führen, aber sicher zu Zusammenschlüssen und eine sehr nahen Realisierung.

Lust, weiter darüber zu sinnieren?

In unseren Talks beim #d2mtalk oder dem Social Media Schnack, haben wir bereits einige Male zu diesem und verwandten Themen gesprochen.

Vielleicht magst Du mit einsteigen? Hast Du eine Themenideen? Lass uns reden – ich freue mich über Deine Nachricht.